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Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten: Was bedeutet Splitting?

Um den größten Steuervorteil beim Steuerklassenwechsel zu erreichen, sollte ein sogenanntes Splitting vorgenommen worden. Dabei geben die Eheleute zusammen eine Steuererklärung ab und nutzen eine Zusammenveranlagung. Hierbei addiert das Finanzamt die Gehälter und teilt dann die errechnete Summe durch 2. Anhand dieser Informationen wird die Einkommenssteuer berechnet und der Wert dann verdoppelt. Das Ergebnis ist dann der Betrag, den Du und Dein Partner gemeinsam zahlen müsst. Das Splitting ist unter anderem dann sehr sinnvoll, wenn zwischen den Einkommen ein großer Unterschied besteht.

Steuerklassenwahl bei Ehepartnern

Wenn einer von Euch selbstständig ist und der andere Einkünfte aus einer nicht selbstständigen Arbeit erzielt, wird Letzterer in die Steuerklasse 3 eingestuft. Denn dort muss er am wenigsten Lohnsteuer abführen. Dabei ist es egal, ob der Ehepartner ebenfalls steuerpflichtige Einkünfte bekommt. Etwas schwieriger wird es, wenn beide Ehepartner angestellt sind. Dann ist die Wahl recht kompliziert. Hier stehen Euch diese drei Steuerklassenkombinationen zur Verfügung:

  • IV / IV
  • III / V
  • IV-Faktor / IV-Faktor auch Faktorverfahren genannt

Überleg daher genau, welche Variante für Dich und Deinen Partner am besten ist. Lohnsteuerklasse 4 eignet sich für Verheiratete, die ungefähr gleich viel verdienen. Wenn dahinter noch die beiden Wörter mit Faktor stehen, ist dies die richtige Wahl, wenn Du den Splittingvorteil (siehe oben) bereits in dem Jahr des Wechsels nutzen willst. Die beiden oben genannten Kombinationen 2 und 5 und 5 und 3 sind dagegen die richtige Wahl, wenn ein recht großer Unterschied bei den Gehältern existiert. Wer mehr verdient sollte die Lohnsteuerklasse 3 wählen und der Niedrigverdiener Lohnsteuerklasse 5. So wird Letzterer höher besteuert und insgesamt habt Ihr dann am Ende des Jahres mehr Geld zur Verfügung Am 1.1.2020 wurde beschlossen, dass Lebenspartner und eben auch Ehegatten nicht nur einmal, sondern mehrmals im Jahr die Steuerklasse wechseln können. Zudem sind die Rahmenbedingungen deutlich einfacher geworden. So musst Du keine besonderen Voraussetzungen mehr erfüllen. Es gibt unterschiedliche Situationen, in denen ein Steuerklassen-Wechsel durchaus sinnvoll ist. Diese werden nun im folgenden Abschnitt genauer beschrieben.

1. Trennung/Scheidung

Wenn es zu einer Scheidung kommt, wechseln die beiden Ehegatten entweder von der Lohnsteuerklasse 3,4 oder auch von der 5 wieder zurück in die alte Steuerklasse 1. Sollten sie in dem sogenannten Trennungsjahr leben, können sie in dieser Zeit in Erstgenannten bleiben.

2. Geburt eines Kindes (alleinerziehend)

Wenn ein Elternteil ein Kind allein erzieht, kann er von der Lohnsteuerklasse 1 in die Lohnsteuerklassee 2 wechseln. Dadurch ergibt sich ganz automatisch ein höherer Steuerfreibetrag und zwar durch den Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende. Wenn auch Du Dein Kind allein erziehst, musst Du einen solchen Wechsel direkt beim Finanzamt beantragen. Sollte sich ein Paar schon im Jahr vor der Entbindung trennen und dann auch getrennt leben, kannst Du in diesem Fall direkt nach dieser den Wechsel beantragen.

3. Großer Gehaltsunterschied

Auch wenn es zwischen den Gehältern einen großen Unterschied gibt, solltest Du über einen Steuerklassen-Wechsel nachdenken. Hierbei eignen sich die Steuerklassenkombinationen 4/4 oder 3/5. Erstere lohnt sich vor allem dann, wenn Du und Dein Partner ungefähr gleich viel verdienen.

So einfach gelingt der Steuerklassen-Wechsel!

Oben wurde bereits erwähnt, dass der Steuerklassen-Wechsel in der heutigen Zeit eigentlich recht einfach und schnell erledigt ist. Hierfür besorgst Du Dir den passenden Vordruck beim Finanzamt (in Papierform oder digital). Anschließend füllen beide Partner diesen aus und unterschreiben ihn. Nun könnt ihr ihn wieder an das Finanzamt schicken beziehungsweise über das Internet an dieses übermitteln. Übrigens, wenn Du dabei einmal einen Fehler begehst, weil Du Dich vielleicht verrechnet hast, ist das gar kein Problem. Denn wie schon erwähnt, kann jeder deutsche Bürger heutzutage mehrfach die Lohnsteuerklasse im Jahr wechseln. Zudem zahlst Du oder Dein Partner dann auch keinen Cent mehr an Steuern. Denn die Steuererklärung wird immer erst am Ende des Jahres durchgeführt, sodass noch ausreichend Zeit ist den Fehler wieder rückgängig zu machen. Was zunächst erst seltsam klingt, ist tatsächlich wahr: Manchmal ist es sogar von Vorteil eine steuerlich eigentlich eher ungünstige Lohnsteuerklasse zu wählen. Denn Letztere hat einen Einfluss auf die Höhe der sogenannten Lohnersatzleistungen.

Was gilt es sonst noch beim Steuerklassen-wechsel/Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten zu beachten?

Wenn Du das Formular in Papierform gewählt hast, musst Du dieses an der richtigen Stelle abgeben. In diesem Fall ist es das für Deinen Wohnort zuständige Finanzamt. Beachte zudem, dass ein Steuerklassen-Wechsel erst im folgenden Monat wirksam wird. Somit kannst Du einen solchen nicht durchführen und gleich von den Vorteilen profitieren. Wenn Du Dich für das sogenannte Faktorverfahren entscheidest, müssen Du und Dein Partner in den meisten Fällen die Arbeitslöhne des jeweiligen Kalenderjahres angeben. Sollten beide von der Änderung betroffen sein, müssen auch beide den Antrag unterschreiben. Das bedeutet, dass wenn Du in der alten Steuer-Klasse bleibst, ist dies für Dich nicht zutreffend. In diesem Fall müsste dann nur Dein Partner unterschreiben und den Antrag beim Finanzamt abgeben. Dieser kann jederzeit in dem jeweiligen Kalenderjahr gestellt werden, spätestens aber am an 30. November. Anders als früher werden für den Steuerklassen-Wechsel keine besonderen Unterlagen mehr benötigt. Somit ist das Ganze schnell erledigt und auch recht einfach. Nimm Dir am besten ausreichend Zeit, um zu errechnen, ob sich ein Steuerklassenwechsel lohnt. Viele frisch gebackene Ehepaare vergessen diesen Schritt und lassen sich dadurch sehr viel Geld entgehen. Wenn Du Dich mit dem Thema Steuern nicht auskennst, solltest Du Dich bei einem Steuerberater oder auch einem Lohnsteuer-Hilfsverein erkundigen und beraten lassen. Hol das Beste aus Deiner Steuererklärung heraus und Du senke die Steuerlast.

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